Zsofia Csakany, Organistin an der Orgel in der evangelische Kirche im Neumarkt (Marosvasarhely)
 

 

 

 


Kritik

Facettenreiche Orgelklänge

STÜHLINGEN. Mit ihrem jüngsten Klosterkonzert feierte die Kapuzinergemeinschaft Stühlingen gleichzeitig in angemessener Weise den Namenstag des Heiligen Franziskus, ihres Ordensgründers. Unter dem passenden Titel "Da berühren sich Himmel und Erde" unterstrich Konzertorganistin Zsófia Csákány mit einem ausgesuchten Repertoire die Gloriole des Hochfestes. Wer ein in erster Linie barockes Orgelkonzert erwartet hatte, musste umdenken.
Alle, die sich auf ungewohnte, aber umso facettenreichere Klänge einlassen konnten, erlebten ein wahres Orgelfest. Die junge Organistin interpretierte Werke des Frühbarocks wie Zeitgenössisches meisterhaft. Bruder Jürgen Meyer führte gewohnt kenntnisreich in die Kompositionen ein. Zu Gehör brachte Csákány mit der "Toccata I FbW 302" von Johann Jakob Froberger und dem "Praeludium in g BuxWV 150" zwei wohlklingende Werke voller Lebendigkeit. Die berühmte, für ihre Zeit gewagte "Fantasia und Fuge in g BWV 542" von Johann Sebastian Bach bestach durch starke Chromatik und gewagte Akkorde.
Ebenfalls glänzend intonierte die junge Musikerin drei Werke des 1992 verstorbenen französischen Komponisten Olivier Messiaen. Der bekennende Katholik wollte mit seinen Arbeiten laut Bruder Jürgen einen direkten Kontakt zum Göttlichen schaffen, sich diesem öffnen und nicht im "Sumpf des Lebens" verbleiben. Mit den Partien "Le Verbe", "Les Anges" und "Les Berges" aus "La Nativité du Seigneur" setzte er eindrückliche, musikalische Zeichen des Glaubens.
Für das Ende des Konzerts wartete Zsófia Csákány mit eindringlichen Kompositionen, des im Zweiten Weltkrieg gefallenen Franzosen Jehan Alain, auf. "Le Jardin Suspendu!" und die "Litanies" erfüllten das Publikum mit großer Freude.
Im Anschluss an das Klosterkonzert öffnete das Kapuzinerkloster Stühlingen wieder die Pforten des Refektoriums für interessierte Musikliebhaberinnen und -liebhaber.

Badische Zeitung, 20.12.2008, Facettenreiche Orgelkänge von Jutta Binner-Schwarz


Badische Zeitung 8.07.2008, Bach ist das Genie aller Genies, Konzert mit Zsofia Csakany von Tina Lindeman

Badische Zeitung 8.07.2008, ""Bach ist das Genie aller Genies", Konzert mit Zsófia Csákány" von Tina Lindeman

 

Schwarzwälder Bote 03.06.2008

Schwarzwälder Bote 3.6.2008, "Winterhalter Orgel erwacht zum Leben" von Hans Jürgen Kommert

 

Radikale Gegensätze

  Die Rumänin Zsofia Csakany studiert Orgel in Trossingen bei Professor Bossert. Der Orgelexperte gastierte schon mehrfach in der Stauferstadt, seine Schülerin konzertierte nun auch in der Dominikanerkirche auf der historischen Johann-Adam-Ehrlich-Orgel
von 1752.
   Ihre Werkauswahl hatte es in sich. Als leichte Hörkost erklangen nur die beiden Rahmen-Kompositionen des Beginns: eine Toccata von Girolamo Frescobaldi und am Schluss die virtuos gespielten Variationen 39 und 40 aus dem "Tabulatur Buch: Dass Vater unser" von Johann Ulrich Steigleder.
   Gewichtiger waren die Kompositionen von Eric Satie und Franz Liszt. Eric Satie protestierte gegen etablierte Ausdruckformen schon in den vorangestellten Titeln seiner Musik. Seine 1985 komponierte "Messe des Pauvres" basiert auf dem Gleichnis vom armen Lazarus und dem reichen Mann.
    Radikale Gegensätze zeichnen denn auch die siebensätzige Messe aus. Csakanys Gestaltungsdynamik ihres bestechenden Manual- und Pedalspiels ließ unschwer ihren ausgeprägten Formsinn erkennen. Fähig zu auftürmenden, teils dissonant durchsetzten Klangschichtungen sowie zu rauschender Orgelpracht und verlärten Phrasierungen, ebnete Csakany den Zugang zu Saties "Armen-Messe" .
    Die Franz-Liszt -Variationen des ersten Satzes der Bach-Kantate "Weinen, Klagen; Sorgen, Zagen" und des "Crucifixus" der h-Moll-Messe gewannen in der Interpretation höchste Aussagekraft. Mit dem friedvollen Choral "Was Gott tut, ist wohl getan" endete das Werk - hervorragend gespielt von einer begabten Organistin.
 

Heilbronner Stimme 25.06.03, "Geistliche Musik in der Dominikanerkirche Bad Wimpfen: Radikale Gegensätze" von Traudl Stocker